Jemand sein, auf den ich stolz sein kann.
Das Gefühl, nicht zeigen zu können, wer man ist. Nicht, dass ich es nicht dürfte, ich… kann es nicht. Ich bin nicht dazu in der Lage und es ist so komisch, so seltsam. Ich weiß eigentlich, wer ich bin. Ja, wirklich. Ich weiß, woran ich glaube, was ich liebe und was mich glücklich macht und was bedeutsam in meinem Leben ist, was nicht, was ich ausstrahlen will, ich weiß all diese Dinge, aber ich schaffe es nicht, das den Menschen zu zeigen. Zu sein, wie ich sein will. Nein, ich ruiniere es immer. Selbst. Ich stehe mir im Weg. Es ist, als würde ich aus mir rausgehen, mich vor mich stellen und irgendeine zweifelhafte, dumme Show abziehen. Was will ich verstecken? Wovor habe ich Angst? Ich bin doch… eigentlich ziemlich sicher in all diesen Ding. Denke ich. Ich bin kein sicherer Mensch, aber… da geht es doch nicht um Selbstbewusstsein oder so abstrakte Dinge, nein, da geht es um ganz einfaches Zeug. Wenn ich sagen will, dass ich… etwas mag, dann sollte ich das doch wohl hinbekommen, ohne mich total peinlich, entwürdigend und hysterisch aufzuführen? Ich bin genau die Sorte Mensch, die ich selbst so verabscheue. Und dann stehe ich da und sehe, wie Leute einfach sind, wer sie sind und dafür geliebt werden und ich mache einen Aufstand, den ich gar nicht machen will, um… gemocht zu werden und es geht nicht, weil so, wie ich mich verhalte, kann ich nicht gemoch werden. Und ich sehe das und merke das und trotzdem bin ich einfach abscheulich. Es ist wie mit allem… Ich bemerke es, hinterfrage es, sehe und verstehe das Problem, weiß, wie es zu lösen ist – und versage. Das ist die verdammte Geschichte meines Lebens. Und deswegen werde ich für immer in dieser Dramaqueen-Schleife festhängen und jemand sein, dem ich selbst eine reinschlagen will, irgendwelche Erwartungen erfüllen, die ich nicht erfüllen müsste und mich hassen, weil ich es nicht schaffe, jemand zu sein, auf den ich stolz sein kann. Das ist alles, was ich will. Und ich kann es nicht. Ich bin nicht, wer ich sein müsste. Und ich werde es nicht schaffen, irgendwem diesen Menschen zu zeigen.
flugunfaehig

Ich habe gerade das Gefühl, dass könnte auch ich geschrieben haben. Ich glaube, ich verstehe was du meinst, die Person die man sein möchte, hat man im Kopf, man kennt sie und weiß wie sie sich verhalten würde. Man hätte für jede Situation eine Antwort, eine Lösung. Die Person die man sein möchte, der fällt alles leicht, die benimmt sich nicht daneben. Aber wie man gerne wäre und wie man tatsächlich ist, das sind zwei unterschiedliche Dinge.
Ich wäre gerne stark und selbstbewusst, ich wäre gerne mutig und würde gerne offener sein. Ich will Menschen meine Meinung sagen können, laut und deutlich und nicht zu Boden schauen und schweigen. Aber es ist nicht so leicht. ich habe keinen Plan dafür, wie ich mich verhalte. Wie die Person in meinem Kopf reagiert, das wüsste ich immer.
Ich schätze das nennet man Leben. Und vielleicht ist die Person, die man gerne wäre, in Wirklichkeit gar nicht so toll, mögen uns unsere Freunde nicht, weil wir eben wir sind ?
Und was das angeht, anderen Menschen zu zeigen, wer du eigentlich sein möchtest, versuche es weiter und glaube an dich!
Liebe Grüße (:
Seit ich mich zurückerinnern kann war ich immer anders als die anderen, weswegen ich als Einzelgängerin aufgewachsen bin. Einerseits genieße ich es eine Einzelgängerin zu sein, aber wie jeder andere Mensch auch, sehne ich mich doch nach einem Menschen, der wie mein Seelenverwandter ist. Ich brauche nicht viel, ich brauche nicht viele und ich habe auch nicht viel und ich habe nicht viele, aber das und denjenigen, das und den ich habe, schätze ich sehr.
Durch meine Erfahrungen habe ich ordentlich begriffen, dass man den Menschen niemals alles recht machen kann – sie werden immer an einem etwas auszusetzen haben und man soll sich den anderen Menschen nicht fügen.
Viel besser ist es alleine zu sein, als 100 falsche Bekanntschaften zu haben. Wenigstens ist man dann richtig alleine, da es doch komisch ist unter so vielen (falschen) alleine zu sein. Ein richtig guter Freund ist wie ein Schatz, der nicht an jeder Ecke zu finden ist und man sollte nicht viel erwarten, damit die Enttäuschung nicht so gr0ß ausfällt. Ich weiß, das ist schwieriger gesagt als getan, aber Übung macht den Meister. Und wegen dieser Einzelgängertour kann ich mich selbst unterhalten, weswegen ich sehr dankbar bin. Ich kann das Leben ohne die anderen genießen, auch wenn ich mich alleine fühle und mir jemanden an meiner Seite wünsche.
Du sagtest ja, dass es dir schwer fällt vor anderen du selbst zu sein, deine Meinung zu sagen – auch in diesem Fall gilt der Spruch “Übung macht den Meister” und üben passiert durch praktizieren, also sei einfach du selbst, tu es – vor anderen. Es ist schwer, aber niemand hat gesagt, dass es leicht ist. Die Bemühung zahlt sich auf jeden Fall aus.