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Hart of Dixie.

27. Oktober 2011

Die junge New Yorker Chirurgin Zoe Hart (Rachel Bilson) erbt eine Allgemeinmedizinpraxis in einer Kleinstadt auf dem Land – genauer gesagt die Hälfte einer Praxis. Die andere Hälfte gehört dem alteingesessenen Arzt Brick Breeland, der ganz und gar nicht begeistert darüber ist, „seine“ Praxis mit einer Großstadtgöre teilen zu müssen. Doch der Kollege ist nicht Zoes einziges Problem, schließlich muss sie sich mit allerhand skurrilen Dorfbewohnern herumschlagen. via

Endlich habe ich die Zeit gefunden, Hart of Dixie zu schauen und es war mit Abstand eines der besten Dinge der ganzen Woche. Oder des Monats. (Obwohl das bei Gesamtbetrachtung der Woche auch nicht schwer war… Oder des Monats. Punktabzug bekommt Hart of Dixie aber nicht.)

Ich weiß, warum ich mir diese Serie auf meine Pilotenliste geschrieben habe und der Grund heißt Rachel Bilson. Ich habe mich in sie verliebt, als ich sie als Summer Roberts bei O.C., California kennenlernen durfte und seither bin ich ein wenig besessen von ihr. Schön, talentiert, einfach hinreißend. Vorallem ihre Frisur. (Ja, es mag seltsam sein, diese explizit zu erwähnen, aber sie ist großartig!) Rachel Bilson ist wirklich perfekt mit der Rolle der Zoe Hart besetzt. Als hätte ich es geahnt… Denn ich könnte mir kaum eine Figur ausdenken, die besser zu Rachel Bilsons Qualitäten passen würde. Auch kein Umfeld, keine Storyline, die ihr mehr schmeicheln würde. Es ist schön, sie einfach genießen zu dürfen. Es mag einen vielleicht stören, dass die Serie sehr auf sie zugeschnitten wirkt, aber ich empfinde es eigentlich nur als sehr zuträglich für alle anderen Aspekte.
Hart of Dixie macht es einem sehr, sehr leicht, es gut zu finden: Man kann sich fallen lassen und genießen. Was käme einem bei herbstlichen Bäumen, bildhübschen Menschen und großartiger Musik auch anderes in den Sinn? Ich weiß natürlich, dass das manchen Menschen viel zu kitschig sein wird und auch ich dachte hin und wieder, es ist ein bisschen zu viel, ein bisschen zu bunt, zu viele Pastelltöne und zu strahlende Gesichter, zu aufdringliches Grillenzirpen – aber eigentlich stört mich das nicht wirklich. Es stört mich kein bisschen. Denn es ist schöner Kitsch, stilsicherer Kitsch, angemessener Kitsch. Es ist einfach beruhigend. Und meine grenzenlose Liebe für die Kulisse, die Mode, die vielen Details, wird mich noch über einige dämliche Storyline-Eskapaden hinwegtrösten.

Wer jetzt die Befürchtung hat, dass es sich nur um Liebes- und Familiendramen handeln würde, dem muss ich sagen, dass das im Grunde schon stimmt, aber irgendwie bekommt es Hart of Dixie auf die Reihe, das so frisch, lustig und intelligent rüberzubringen, dass nicht mal ich mich daran stoßen kann. Und ich bin sonst wirklich überkritisch, was abgedroschene Geschichten und Charaktere angeht. Doch davor muss man, meiner Meinung nach, keine Angst haben. Die Geschichten hinter den Figuren sind zwar nicht neu, aber das erwartet wohl auch keiner, der sich von Hart of Dixie angesprochen fühlt – trotzallem sind sie sympathisch und ehrlich, man kann sich sofort in sie hineinversetzten. (Und es fließen schon bei der ersten Folge dicke Tränen der Rührung.)
Zoe ist wundervoll, man hat sie von der ersten Sekunde an schrecklich lieb. Auch wenn das vielleicht nicht so geplant war und ihre Großstadtattitüde einen abschrecken sollte, da sie diese aber nur sehr kurz an die Oberfläche treten lässt, ist das kaum Thema und man hat gleich das Gefühl, die „echte“ Zoe zu sehen – und die muss man mögen. (Das sage ich! Ich! Wo ich doch sonst nach den ersten 5 Minuten mit der weiblichen Hauptfigur auf Kriegsfuß stehe!)
Beinahe ausnahmslose alle Nebencharaktere lösen so starke Sympathien bei mir aus, ich war fast überfordert mit der Masse an Zuneigung nach den kurzen 40 Minuten. Ich glaube, ich werde schrecklich mit ihnen leiden, feiern, mich mit ihnen freuen und weinen. Ich weiß durchaus, dass Hart of Dixie nicht für alle etwas ist, aber es mit Sicherheit das Richtig für all jene, die ein bisschen Ablenkung, Freude, ein bisschen authentische heile Welt (soweit möglich) brauchen, die Ruhe, aber kontrollierte Aufregung bevorzugen. Grey’s Anatomy Fans, diese Sorte Serienjunkie muss es lieben.
Hart of Dixie ist eine Serie, die man nicht unbedingt schaut, weil sie so ein kultureller oder cineastischer Genuss ist, sondern weil man mitfühlt und Begeisterung spürt und es einem ganz warm ums Herz wird. Bluebells Atmosphäre, der Ort, an dem Zoes Geschichte spielt, zu vergleichen mit der eines Stars Hollows, bringt mich fast so weit, mich mit meinem tristen Heimatdorf zu versöhnen. Und wenn eine Serie das schafft, dann ist es eine gute Serie.

Ich glaube, man merkt, dass ich trotz der Zweifel, die ich bezüglich einseitiger Erzählweise, teilweise erschlagenden Stereotypen, seltsamem Vorspann, etwas viel Beziehungsdrama in der ersten Episode und einem echt dämlich dargestellten „Gegenspieler“ haben sollte, hin und weg bin. Ich glaube, Hart of Dixie wird meinen Herbst und Winter retten und alle weiteren Jahreszeiten, in denen ich es sehen werde – weil es mich glücklich und zufrieden macht. (Ich bin gerade wirklich gut drauf!) Ich glaube tatsächlich, dass es diese Gesamtwirkung auch bei kritischen Stimmen haben wird. Denn zu diesen zähle ich mich eigentlich auch.

Schaut Hart of Dixie, lasst euch verzaubern und fangirlt gemeinsam mit mir.

flugunfaehig

2 Kommentare Eins hinterlassen →
  1. 27. Oktober 2011 5:38 nachmittags

    Überzeugend geschrieben – definitiv auf meiner Liste weiter nach oben gerutscht!

    Magst du mir einen Gefallen tun und dir bald den Piloten von ‘Once Upon A Time’ ansehen – ich muss dazu irrsinnig drinend deine Meinug hören, weil ich ein bisschen mein Herz verloren habe…

  2. 22. Dezember 2011 8:08 nachmittags

    ich bin auch ein großer “fan” der serie, weil sie einfach was für`s herz ist und einen, wenn sie zu ende ist, mit diesem wohlig warmen gefühl zurück lässt.
    mhmm .. :)

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