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Ich bin meine Person, jetzt.

27. Oktober 2010

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Immer wenn jemand mir sagt, ich solle das Positive sehen, schätzen, was ich habe und einfach das Beste aus der Situation machen, könnte ich durchdrehen. Ich sehe nicht ein, warum ich das Schlechte gutreden soll, das Gute aber nicht schlechtreden darf, warum etwas loszuwerden, totzuschweigen ist, nur weil es nicht bezeugt, wie hinreißend doch alles ist. Ich bin nicht bereit, zu leugnen, dass es mir schlecht geht. So will und kann ich nicht leben.

Ich habe gelitten. Wochen. Monate. Ein Jahr lang. Ich habe mit meinem Schicksal gehardert, meinen Glauben verloren, der Mut hat mich verlassen, jedes Mal ein Grund weniger, wieder aufzustehen, wenn man mit dem Gesicht im Staub lag und sich vor Schmerzen krümmte. Ich habe gelitten. Ich habe mein Unbehagen zelebriert, den Welthass zu einem Charakterzug erklärt. Lange Zeit.

Und ich weiß jetzt, dass das das Richtige war. Das ich das tun musste. Dass ich mich nicht so gemacht habe, sondern so wurde und nun bin. Dass das meine Art ist.

Extrem sein. Emotional. Innerlich.

Auf Tiefen folgen Höhen. Ja. Und auf Höhen folgen Tiefen. Es kommt darauf an, wo man sich momentan befindet, das beeinflusst den Blick auf diese Tatsache nicht unerheblich. Und ich befand mich so lange so tief unten, habe den Himmel nicht gesehen, nichts mehr, die Orientierung verloren. Mich selbst.

Und ich rannte da unten im Kreis und alles was ich wollte, war jemand, der mich festhält, wärmt und mich auf seinen Schultern aus der Höhle schafft. Daswar alles, wonach ich mich tatsächlich sehnte. Jemand, der 5 Minuten übernimmt. Jemand, der alles wieder gut macht.

Es ist keiner gekommen. Da ist niemand warmes, starkes in meinem Leben. Aber ich bin endlich an dem Punkt, an dem ich versuche, zu lernen, dass ich das für mich selbst sein könnte. Zumindest jetzt. Ich… übe diesen Gedanken. Ich versuche ihn umzusetzten.

Im Moment geht es mir besser. Ich habe angefangen, zu akzeptieren. Etwas, das so unvorstellbar war. Ich habe… angefangen, das Beste aus meiner Situation zu machen. (Den meistgehassten Satz des letzten Jahres zu verstehen. Zu üben. Mich selbst davon zu überzeugen.)

Im Moment wanke ich, glaube ich, auf eine nette Anhöhe zu. Und ich werde wieder verdammt tief fallen. Ich werde wieder alle diesen positiven Arschlöcher hassen, ich werde… sterben, ein bisschen von mir in den Tiefen zurücklassen, mir wird es dreckig gehen. Ich werde extrem sein. Extrem dunkel oder extrem hell. So bin ich. Das weiß ich jetzt. Aber vielleicht erinnere ich mich dann daran, dass ich irgendwann die Kraft haben werde, mich selbst auch aus dieser Höhle zu schaffen. Ich hoffe das mehr als alles andere.

Ich hoffe, ich erreiche meine Anhöhe bald. Allein. Ich bin meine Person, ich kann mich retten.

flugunfaehig

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4 Kommentare leave one →
  1. maybeweforgot permalink
    27. Oktober 2010 8:38 pm

    <>

    hmm, wow. schöne worte.

    • maybeweforgot permalink
      27. Oktober 2010 8:39 pm

      oh, irgendwie wurde der erste teil verschluckt.

      Und ich rannte da unten im Kreis und alles was ich wollte, war jemand, der mich festhält, wärmt und mich auf seinen Schultern aus der Höhle schafft. Daswar alles, wonach ich mich tatsächlich sehnte. Jemand, der 5 Minuten übernimmt. Jemand, der alles wieder gut macht.

  2. 28. Oktober 2010 5:18 pm

    Ich bin der tiefen Überzeugung, dass wir in der Verpflichtung sind, uns selbst zu mögen oder vielmehr zu lieben, bevor wir das von anderen erwarten können.

  3. Namenslos permalink
    29. April 2011 12:29 am

    Man muss seine Sorgen nicht klein reden, das braucht man nicht tun. Es tut gut seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, aber dennoch beherrscht, damit kein Schaden angerichtet wird, da man Problem mit Problem nicht bekämpfen kann, wie man auch nicht Dreck mit Dreck beseitigen kann.

    Man muss stets vor Augen haben, dass es Menschen gibt, die viel Schlimmeres durchleben müssen. Ich muss nur an die Armut vieler Menschen denken und die Ungerechtigkeit, die sie erleben, z.B. ist es nicht richtig, dass ein Mädchen von ihren Eltern verkauft wird, damit die Eltern etwas zu essen haben. Es ist nicht richtig, dass Kinder zu Soldaten mit Zwang und unter Drogen gebastelt werden, damit sie die Drecksarbeit für die Erwachsenen erledigen. Und so weiter…

    Deswegen müssen wir immer dankbar und zufrieden sein, was wir haben und was wir nicht haben. Hinter allem steckt ein Sinn, den wir nicht sofort begreifen. Fakt ist, dass Dankbarkeit und Zufriedenheit das Leben erleichtert und somit glücklich macht. Auch Geduld ist ein kostbarer Schatz, den man niemals unterschätzen sollte.

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