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Schwarz, unwirklich, lähmend.

12. Dezember 2010


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Irgendwie ist die Luft dicker, Nebel, Feuer, sie lässt sich nicht atmen. Kurz vorm Ersticken. Meine Arme sind schwer, meine Beine taub. Jeder Gedanke gleich. Schwarz, unwirklich, lähmend. Nichts ist selbstverständlich. Alles ist gleich. Die Welt hat aufgehört, sich zu drehen. Mir wird schwindelig davon. Jedes Wort zerfliest, bevor es mich erreicht. Verbrannt. Ich. Schmerzlos. Was ist schon wichtig? Lohnen sich die Schmerzen überhaupt? Nein. Darüber schreiben ändert nichts. Wie grau alles ist. Unwichtig. Ich fühle mich kalt an, starr, man kann mich nicht berühren. Ich laufe nicht, ich schleiche. Unsichtbar. Angestarrt. Mein Blick erschrocken, mein Herz ausgebrannt, nicht fähig, zu fühlen, nicht fähig, zu sehen, dass es falsch ist. Was wollt ihr von mir? Ich liebe den Regen. Wenn ich lange genug hier stehe, versickere ich dann auch in der Erde? Wo ist der Unterschied zwischen oben und unten? Es fühlt sich an, als hätte ich die Erde schon in Ohren, Mund und Nase. Alles, was ich tue, ist automatisch. Lachen. Schreien. Man hat es so gelernt, eingeprügelt vom Leben. Aber wofür? Aufstehen, rausgehen, den kalten Schnee an den Händen. Ich wünschte, ich könnte es. Ich wünschte, irgendwas würde mich noch erreichen. Ich sitze hier und denke bloß an die Nacht, den Moment des Vergessens. Ich will das alles hier vergessen. Wie weh es tut, nicht zu sein, wie ich sein sollte. Und wie es war, als es aufgehört hat, wehzutun. Ich höre mein Herz nicht mehr, sogar mein Kopf schweigt. Und wie lange? Wann entscheiden sie sich, mich wieder zu quälen? Nein, hier zu liegen und zwischen Leben und Tod zu schwanken ist nicht schlimm. Es ist falsch, aber nicht schlimm. Es ist schmerzlos, es ist anders unagenehm, erstickend. Aber es tut nicht weh. Das es falsch ist, macht es zu etwas Bösem, etwas, das dir schlimm vorkommt. Aber das ist es nicht. Schlimm ist es, wenn man nicht so schnell Luft holen kann, wie man müsste, schlimm ist es, das Feuer auf den Armen brennen zu sehen, zu erblinden an den Farben, das Herz schlagen zu fühlen, wie es dich zerreißen will, zu hören, zu sehen, zu fühlen. Es ist schlimmer, zu leben. Sehr oft sogar. Weil ich dem Leben nicht gerecht werde, ich kann das nicht, ich bin nicht gut darin. Auflösen, das geht. Aufgeben.

flugunfaehig

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