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Grenzenlose Liebe.

22. Dezember 2010


via

Niemand wollte, dass sie etwas besonderes war. Niemand wollte das wirklich. Niemand wollte, dass sie einen Dreck auf die Meinung anderer gab, niemand wollte, dass sie weinte, wenn ihr danachm war. Niemand wollte, dass sie sich in ihrer Haut wohlfühlte. Niemand wollte, dass sie liebte, was sie erwählte, niemand wollte, dass sie hasste, was ihr nicht gefiel. Nein, im Grunde wollte keiner, dass sie war, wer sie war. Die Menschen wollten alle etwas anderes, aber nie das, was sie ihnen geben konnte. Manche wollten sie leise. Andere laut. Aber keiner wollte ihr schreiendes Schweigen mitten in der Nacht am Telefon. Ja, die Menschen waren verschieden, aber in einer Sache glichen sie sich alle: In dem Wunsch, dem Menschen zu begegenen, der perfekt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten war. Sie verurteilten, nörgelten, verachteten so lange, bis sich einer erbarmte und so tat, als sei er ihr Ziel. Aber niemand ist irgendwas wirklich. Niemand ist das eine immer und das andere nie. Menschen geraten ins Wanken, Menschen fallen sogar gelegentlich um. Und obwohl alle das wissen, sind wir jedes mal schockiert. Können uns nicht helfen. Verstehen es nicht und verlassen den anderen. Menschen ändern sich – selten zum Besseren, aber oft zum Schlechteren. Wobei aus schlechter für den einen besser für den anderen wird. Sie wollte nicht mal, dass die Menschen aufhörten, zu glauben, dass es Seelenverwandschaft und Beständigkeit gab, sie wollte nur, dass die Menschen erkannten, dass wir uns in jeder Sekunde verändern können und dass sie das nicht jedes Mal vertreiben würde. Sie wünschte sich, dass jemand da war, der sie für all das liebte, was sie war, ist und sein wird. Und sich nicht nur die für ihn bequemsten Aspekte, schönsten Seiten, nützlichen Eigenschaften rauspickte und alles andere verleugnete. Mehr wollte sie gar nicht. Sie wollte nicht, dass jemand alles guthieß, was sie dachte und sagte, sie wollte bloß, dass er nicht voller Hass verschwand, wenn sie etwas sagte und dachte, dass nicht in sein Bild passte. Jemand, der damit rechnete, dass nichts für immer ist.

Sie wusste, dass es so etwas nicht gibt. Sie wusste, dass dieser Mensch niemals auftauchen wird. Das dieser Wunsch ein Wunsch bleiben wird. Und das macht es nicht leichter zu ertragen.

flugunfaehig

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2 Kommentare leave one →
  1. 23. Dezember 2010 8:20 pm

    „Die Menschen wollten alle etwas anderes, aber nie das, was sie ihnen geben konnte. Manche wollten sie leise. Andere laut. Aber keiner wollte ihr schreiendes Schweigen mitten in der Nacht am Telefon.“

    So, so schön.

    Ich hoffe und glaube übrigens, dass es Menschen gibt, die es zulassen, dass wir uns verändern, auch unsere Veränderungen lieben lernen. Ansonsten – ja, was ansonsten?

  2. Namenslos permalink
    4. Mai 2011 10:41 pm

    Mit dem Begriff „Liebe“ habe ich so meine Verständnisprobleme. Trotz ungewünschter Schläge der kalten Realität gibt es in mir trotzdem noch diesen Funken an dieses Dingsbumsda. Vielleicht ist nicht für jeden Liebe gleich. Vielleicht ist nicht für jeden Liebe gleich bedeutend und gleich viel wert. Denn jeder Mensch ist ja anders. Jeder empfindet anders. Wer weiß…

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