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Das Wasser ist nicht blau, es ist schwarz.

23. Januar 2011


via

Erst merkt man gar nicht, dass man versinkt. Denn es fühlt sich natürlich und richtig an. Und es ist schön, einer Richtung folgen zu können und den Schmerz an einen Platz bringen zu können. Und nach einer Weile dann sieht man sich um und das Wasser steht einem bis zum Hals. Man möchte auftauchen, aber es geht nicht. Nicht mehr. Man rudert wie wild mit den Armen und strampelt und schreit, aber es ist längst zu spät. Das Wasser dringt in deinen Mund und deine Nase, du kannst nicht mehr schreien, nicht mehr atmen. Dann werde deine Arme müde, deine Beine schlaff. Die Kraft verlässt sich, der Überlebenswille. Es tut so weh, zu kämpfen und zu wissen, dass der Kampf schon am Anfang verloren war. Dann wird einem schwarz vor Augen. Man sinkt immer weiter nach unten. Und keiner sieht es. Weil man nicht früh genug um Hilfe gebeten hat, denkt man, macht sich Vorwürfe. Aber ist es nicht eigentlich, weil niemand nach einem gesehen hat, als man ins Wasser gestiegen ist? Weil alle gedacht haben, man könnte schwimmen? Und weil niemand einen vermisst? Man liegt auf dem Grund und das Wasser ist nicht blau, es ist schwarz.

flugunfaehig

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2 Kommentare leave one →
  1. 23. Januar 2011 3:54 pm

    hallo liebe fee,
    ich habe, glaube ich, noch nie kommentiert. bin wohl eher eine stille mitleserin. und ich habe mich noch nie bei dir bedankt, dass ich überhaupt mitlesen darf – danke! weißt du, deine einträge machen mir manchmal schon sorgen… vor knapp 2 jahren ging es mir auch so und ich dachte, das gibt sich wieder mit der zeit, wird schon nichts sein, man soll sich nichts einreden, sich in nichts reinsteigern, ist bestimmt die pupertät. leider war dem nicht so, ich musste mir professionelle hilfe suchen. für mich hört sich das bei dir oft nach ziemlichen selbsthass und depressionen an!! und das zieht sich doch schon seit längerem, oder nicht?! vielleicht würde es dir helfen, zu einem arzt zu gehen..? ich kenne dich ja nicht, vlt ist auch das schreiben, der blog hier, dir eine hilfe.
    jedenfalls, weshalb ich mich überhaupt mal bemerkbar mache: dieser text ist wunderschön! er gefällt mir sehr sehr gut, werde ihn mir abspeichern(; ich finde das wasser, seine tiefe, die materie so faszinierend und du verbindest es auf poetischer weise noch mit psychischem, schön..
    ich wünsche dir alles liebe, marie♥

  2. Namenslos permalink
    21. Mai 2011 10:48 pm

    Wenigstens hat man gekämpft, um sich später keine Vorwürfe machen zu brauchen, dass man es nicht getan hat, da man es ja doch getan hat und sich bemüht hat.

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