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But we were all too scared.

6. Mai 2011


via

Ich könnte euch erzählen, was los ist. Ich könnte es versuchen. Einen ordentlichen Blogeintrag veröffentlichen, mit richtigem Bild und Sinn und hübschen Worten. Aber ich will nicht, ich kann nicht. Ihr kennt diesen Satz doch – sobald du es aussprichst, wird es real. Ich fand das nie schwer. Ehrlich nicht. Aber plötzlich will ich einfach nur daliegen und oberflächliche Musik hören. Alles, nur nicht sehen, wie es real wird. Ich will in die Schule wanken – wobei ich nicht mal das wirklich will – und wieder in mein Bett fallen. Ich will nicht reden und nichts tun. Natürlich mache ich das trotzdem. Ich muss aufstehen, hier und da jemandem ein Lächeln schenken, ein paar Worte über meine Lippe quälen und manchmal ist das sogar ganz leicht, passiert ohne mein Zutun. Das ist verwirrend, aber so ist es. Es ist, als würde mich das pausenlose Schauspielern in einen Strudel aus lauten Worten, großen Gesten und theatralischer Mimik hinabziehen, aus dem ich erst herauskomme, wenn ich in mein Zimmer stolpere und die Tür schließe. Das ist falsch. Ich sehe, ich habe die Kraft, das alles zu tun, aber ich will nicht. Ich will bloß schlafen, nur scheinbar will ich es doch nicht genug. Und warum? Ich weiß es nicht so recht. Ich bin verwirrt. Aber das ist okay. Denn wenn ich dann endlich auf meinem Bett liege, dann versuche ich so verzweifelt, an der Oberfläche zu bleiben, dass ich nicht in die Situation komme, in meinen Gedanken und Gefühlen zu versinken. Gut ist das alles nicht. Ich sollte mich stellen. Mir selbst und der Tatsache, dass da ein paar Dinge sind, die ich aussprechen müsste. Ich meine, ganz ernsthaft, ohne einen Witz darüber zu machen, der in dem Strudel des Dramas vollkommen verzerrt wird, von dem am Ende nur noch Flüstern zu hören ist. Ich müsste tief durchatmen und es sagen – aber ich kann nicht. Deswegen kann ich auch nicht so richtig bloggen. Deswegen ist das alles, was zu sagen bleibt, tatsächlich. Vielleicht schaffe ich es ja, einen Eintrag aus dem Strudel zu schreiben.

flugunfaehig

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2 Kommentare leave one →
  1. 7. Mai 2011 9:19 am

    eindrücklich beschrieben- ich glaube dieses Gefühl kennen die Meisten von uns…

  2. 9. Mai 2011 7:38 am

    Ich habe gelernt, dass jeder Schmerz leichter wird und weniger in der Seele brennt, wenn man sich lang und intensiv damit beschäftigt. Ein Tipp: versuch‘ deine Wahrheit einmal im Kopf so zusammenzufassen, als würdest du die Gedanken danach in’s Blog stellen wollen. Denk‘ dich in die Sachlage hinein und lass‘ dich fallen. Du musst nichts aufschreiben, um dich auszusprechen. Denken reicht schon. Und ich finde, du solltest es wollen, und ich bin mir sicher, du willst es.

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