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Ich will ans Meer fahren.

13. Mai 2011


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Ich habe Angst davor, große Wünsche und Träume zu haben. Dinge zu sagen wie „eines Tages werde ich mein eigenes Buch in den Händen halten“, weil ich eben eine Paris bin. Keine Rory. Weil mein Harvard sich nicht erfüllen würde. (Wer „Gilmore Girls“ nie gesehen hat, der führt eh ein sinnloses Leben und soll sich jetzt nicht beschweren, wenn er das nicht verstanden hat.) Ich möchte nicht eines Tages erkennen müssen, dass die eine Sache, die mich am Leben hielt, zusammenbricht, sobald sie von der Realität berührt wird. Und allermeistens packt die Realität eh sehr unsanft zu. Ich möchte, dass die Realität weiß, dass ich sie schätze und anerkenne und mir nie erlauben würde, über ihren Kopf hinweg zu denken und zu entscheiden. Aber manchmal ist es ganz schon trostlos ohne einen Traum. Oder wenigstens einen kleinen Plan. Ein winziges Ziel. Ihr wisst schon. Und vielleicht muss ich mich das endlich mal trauen. Nichts großes, nichts unerfüllbares, nichts, dass so nahe liegt, nicht etwas, das nun schon konkretisiert werden muss. Aber ich habe Sehnsucht. Nach Plänen. Und dem Meer. Ganz schreckliche Sehnsucht habe ich nach dem Meer. Zu viel tumblr, zu viele Twitterkinder, die immer wieder von dieser speziellen Meersucht sprechen. Aber ich fühle sie auch. Irgendwo in der Bauchgegend, reißend, brennend heiß, der Moment, wenn man die Wellen im Kopf rauschen hört, wenn man das Gefühl kurz loslassen kann. Unbeschreiblich. Und ich möchte ans Meer. Und allein sein. Ja. Nur für mich selbst sein. Natürlich, sehr viel mehr sehne ich mich nach… einer helfenden Hand, mit einem Arm dran, der sich um meine Schulter legt, aber diese Einsamkeit meine ich gar nicht. Ich meine… Ruhe. Stille. Frieden. Das meine ich. Und wo findet man das besser als am Meer? In meiner Vorstellung nirgendwo. Ich will ans Meer fahren. Alleine. In den Zug steigen und oben wieder aussteigen und ein paar Tage nur damit verbringen, am Wasser zu sitzen und Musik zu hören. Nächstes Jahr bin ich 16. Nächstes Jahr kann ich das machen. Vielleicht hilft es auch, wieder mehr 16 werden zu wollen. Vielleicht hilft es, diesen Sommer zu überstehen. Ich will sagen, dass ich weiß, dass es vermutlich nicht so sein wird, wie ich es mir vorstelle, dass es vielleicht gar nichts wird und ich nicht so dumm bin, das zu glauben, aber genau darum geht es doch, das zu überwinden, diese Angst, enttäuscht zu werden – vom Leben. Von sich selbst. Also schreibe ich es hier nieder: Nächstes Frühjahr fährst du ans Meer, Fee, alleine, mit guter Musik und einem riesigen Pullover zum Reinkuscheln. Weil ich weiß, wie gut es mir dann gehen würde und wie glücklich ich wäre und wie unendlich toll es wäre, wenn ich einmal sehen könnte, dass sich Wünsche erfüllen können. Dass es sich lohnt, an ein Morgen zu glauben und daran, dass es vielleicht gar nicht so schlimm wird wie das Heute. Ich habe eine Lektionen zu lernen und das sollte eine davon sein. Und dann, wenn ich dort war, erzähle ich euch davon.

flugunfaehig

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4 Kommentare leave one →
  1. 13. Mai 2011 3:23 pm

    Wunderschöner text! Ich muss gestehen, dass ich einen Moment lang gestant habe, als ich gelesen habe, dass du (aus meiner Sicht) „erst“ 16 wirst! respekt!

  2. 15. Mai 2011 9:11 pm

    Ich möchte auch so gerne ans Meer. Ich war seit Jahren nicht mehr am Meer und das macht mich ganz kaputt. Aber ganz alleine mag ich nicht. Ich will jemanden mitnehmen, mit dem ich eine Woche schweigen und Bücher tauschen und Serien gucken kann, abends, wenn man totmüde nach einem langen Meertag ins Bett fällt. Ich will Wattwanderungen und kühle Abende und Gummistiefel und Stille und Frieden und Inspiration. Ich will schreiben und schweigen und jemanden haben, der genau das auch will.
    Diese kleine große Sehnsucht nach dem Mehr und dem Meer.

  3. 17. Mai 2011 12:16 pm

    Toller Text, und wirklich wahr.
    Meersucht, Kindheitserinnerungen, Freiheit, Vergessen.
    Und deshalb habe ich auch ein wenig Angst davor, noch weiter in den Süden Deutschlands zu ziehen…

    liebe Grüße,
    Cara

  4. Namenslos permalink
    24. Mai 2011 8:26 pm

    Als ich klein war, wollte ich unter Wasser leben, so wie eine Meerjungfrau.^^

    – Nicht nur das Meer, sondern auch die Berge. Am liebsten ein Dschungel mit den schönsten Blumen und viele großartige Wasserfälle und Berge, Hügel, Höhlen.

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