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Life Unexpected.

25. August 2011

1994 hatten Cate Cassidy und Nate Bazile alias „Baze“ einen One-Night-Stand auf dem Rücksitz eines Autos. Heute, 2010 und Anfang 30, haben sie keinerlei Kontakt mehr zueinander und führen vollkommen unterschiedliche Leben. Cate ist der Star einer Radioshow in Portland, Baze betreibt mit zwei Freunden eine Kneipe in der Stadt. Als auf einmal die 15-jährige Lux vor ihnen steht, ahnen sie noch nicht, dass sich ihre Leben grundlegend ändern werden, denn plötzlich sind sie Eltern! via

Ich habe noch nie einen Recap für eine Serie geschrieben, ich weiß eigentlich weder wie das geht, noch habe ich mir die Mühe gemacht, das zu googeln. Ich werde es einfach mal versuchen und hoffen, ihr mögt es. (Wenn nicht, sagt es mir bitte.)

Life Unexpected erschien zum ersten Mal auf meinem Serien-Radar, als es ein Crossover mit One Tree Hill gab. Ich setzte es, in der Hoffnung, dass ich mich auf One Tree Hill verlassen kann, auf meine Serienliste. Diesen Sommer beschloss ich dann, als die Serie schon fast vergessen war, mich dieser aus 2 Staffeln mit jeweils 13 Episoden bestehenden Serie zu widmen. Meine Erwartungen waren nicht hoch, ich wollte Ablenkung, ein bisschen Spaß. One Tree Hill light. Und was bekam ich? Eine Serie, die andere Familienformen nach außen tragen wollte, aber viel zu viel Wert auf das Wort „normal“ legte, als dass das gelingen könnte, eine Serie, die immer wieder tolle Ansätze und tolle (Neben-)Figuren hatte, aber diese Dinge zwischen unrealistischem Drama oder ungenutzten Storylines verkommen lies.

Wie gesagt, ich wollte nicht viel. Aber Life Unexpected hatte nicht die richtigen Menschen, Geschichten und Gefühle für mich. Ich war selten einer Meinung mit den Charakteren, musste ihre Handlungen verurteilen und war teilweise nur noch genervt von dem unüberlegten, für mich nicht nachvollziehbaren Tun einzelner Figuren. Das beste Beispiel für dieses Problem ist wohl Lux. Die Serie baut sich immerhin um Lux auf, man sollte sie also mögen, nicht wahr? (Sie, das entscheidende Glied zwischen allen Menschen der Serie.) Doch mir ist das nicht gelungen, sie nur ansatzweise sympathisch zu finden. Würde ich ein Mädchen wie Lux kennen, ich würde sie wohl hassen… Für mich ist sie diese Art Mädchen, die nicht zuhören, wenn man sagt, dass man sie liebt, die die Augen zu machen, wenn große Dinge für sie getan werden – und zwar nicht, weil sie ach so kaputt sind, nein, weil sie Angst davor haben, sich weiterentwickeln zu müssen, wenn sie ihre gebrochene Seele heilen liesen. Das ist anstregend. So furchtbar anstregend. Ständig bricht sie in Tränen der Verzweiflung aus, weil niemand sie versteht oder je verstehen wird, weil sie nienienie ein normaler Teenager sein wird, weil sie so früh erwachsen werden musste, weil sie alles immer falsch macht – doch sie verschwendet nicht einen Gedanken daran, die Chancen, um das zu ändern, die sich ihr oft bieten, zu ergreife. Nein. Sie brüllt, flennt, rennt weg, verliebt sich unglücklich, heult noch mehr, knallt Türen und… heult.
Und das Schlimmste ist ja: Es wird hunderste, vielleicht tausende geben, die sich mit Lux identifizieren werden. Sowas betrübt mich ernsthaft. Denn von Lux kann man nichts lernen. Allenfalls, wie man es nicht machen sollte…

Allgemein empfand ich es als überaus anstregend, dass jede Figur zwanghaft einen Schatten, einen Dämonen, aus der Vergangenheit haben muss, der ihn zu Taten treibt, in denen man ihn ja nicht wiedererkennen würde. Das empfinde ich als unrealistisch. Nervig. Nicht jeder kann eine zerrissene Seele sein, meine Güte. Klar, wirkungsvoll ist das, aber bei mir hat es nicht dazu beigetragen, dass ich jemanden ernst nehmen konnte – oder mehr mochte, weil er plötzlich so verzletztlich war und ich seine Fehler verstehen konnte oder etwas ähnlich absurdes. (Abgesehen von der Nate/Daddy Sache. Aber man will ja nicht spoilern…)

Und leider ging mir das mit zu vielen Charakteren und Storylines so. Durch die ganze Serie zog es sich, dass alle es immer wieder versauten. Klar, man braucht das Drama, die Leute sollen weiter schauen, um ihre Lieblinge bangen. Aber es war dann nicht so, dass auf den großen Knall mal das große Glück folgen würden, nein, immer nur so halb, nie was ganz, nie was gar nicht. Ich persönlich dachte nie: „Ah, wie schön, endlich!“ – und wenn das ausbleibt, bleibt auch die Motivation, eine Serie zu schauen, auf der Strecke. Aber das ist mein Empfinden und vielleicht gefallen anderen die Pairings ja. Gut möglich. Ich weiß es nicht und das will ich mir auch nicht vorstellen…

Doch natürlich hatte die Serie auch ihr Gutes. Es gab wundervolle Nebencharaktere. Abby, Cates Schwester, die sympathische, etwas verwirrte, aber ziemlich kluge Therapeutin. Math, Nates dicklicher Mitbewohner, voller Herz und der einzige, der Lux mal die Meinung gesagt hat. Ryan, Cates Freund, einfach eine erfrischend gute Seele und der einzige, dem man „die dunkle Seite“ abkaufen konnte. Tasha, Lux‘ beste Freundin, die für mich die mit der tatsächlich gestohlenen Kindheit war, weil sie es nicht immer und überall zum Thema machte, weil es zu hart für sie war, ständig hysterisch zu werden. (Außerdem ist Ksenia Solo wunderschön.)

Im Nachhinein kann ich sagen, dass die Serie an sich durchaus eine Entwicklung über die beiden Staffel hinter sich hat. Die erste empfand ich als ziemlich leer und belanglos, die zweite hatte wenigstens eine Geschichte, die ansatzweise unterhaltsam war. Außerdem rege ich mich gerne auf und da kam mir ein Charakter wie Lux natürlich gelegen.
Man kann sich Life Unexpected ansehen. Habe ich ja auch getan. Denn schließlich ist die Idee nicht schlecht, die Schauspieler sind es nicht und man merkt durchaus, das den Machern ihre Serie am Herzen lag. (Vielelicht zu sehr, weswegen das Ende zum kotzen kitschig ist, aber wir spoilern ja nicht…) Es gibt schöne Momente, nette Musik, es regnet die ganze Zeit in Portland, wo die Serie spielt und das fand ich unglaublich cool und wie gesagt, es gibt zumindest Nebencharaktere, die richtig toll sind, mit denen man Spaß hat, über die man gerne was hört. Es ist One Tree Hill light – nur leider One Tree Hill Staffel 5 bis 7 light und die fand ich eben aus ähnlichen Gründen zum Heulen mies.

Empfehlen werde ich Life Unexpected nicht. Aber es würde mich trotzdem interessieren, wie ihr es fandet, solltet ihr die Serie gesehen haben.

flugunfaehig

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4 Kommentare leave one →
  1. Namenslos permalink
    25. August 2011 2:51 pm

    Ich kenne diese Serie nicht und habe auch gar nicht vor sie zu schauen, aber wie du deine Meinung zur Serie in Schrift zusammen gefasst hast, gefällt mir gut.

    Welche Seire oder welcher Film ist schon realistisch?^^

    • 25. August 2011 4:32 pm

      Das sind viele, sogar sehr viele. Manchmal nur aus dem Grund, weil sie sich einer Wahrheit eingehender widmen.

  2. 29. August 2011 2:47 pm

    Danke für die Nicht-Empfehlung, hatte die Serie zwar nicht explizit auf meiner Liste, aber irgendwo im Hinterkopf. Werde sie jetzt definitiv nicht gucken.
    Möchtest du bitte, bitte mehr Serien-Recaps schreiben? Ich hätte zum Beispiel gerne einen über Pretty Little Liars. 🙂

  3. 26. September 2011 6:26 pm

    Hej, ich bin gerade dabei, Life Unexpected zu sehen, habe die erste Staffel schon hinter mir. Und du drückst genau das aus, was ich auch denke. Lux ist von Grund auf unsympathisch. Ab und an hat sie ihre netten 5 Minuten, aber die sind auch schnell wieder vorbei. Sie ist so …undankbar und egoistisch, das kann man alles gar nicht auf ihre ach so harte Kindheit zurückführen. Auch Cate ist ein extrem schwacher und dämlicher Charakter, wie ich finde, sie hat so gar nichts kluges an sich, obwohl ja andauernd davon gesprochen wird, dass sie ja die beste High School Absolventin damals war, blabla. Da kommt mir ja Baze fast intelligenter vor. Insgesamt finde ich die Handlung gar nicht mal so schlecht, aber die Charaktere gehen nach der Zeit echt auf den Senkel, weil sie einfach so unfassbar anstrengend sind. Ich werde mich auch die zweite Staffel auf jeden Fall noch zu Ende ansehen, aber auch nur, weil ich es hasse, Serien einfach in der Mitte zu beenden und nicht zu Ende zu gucken. Danke jedenfalls für deinen Recap, ich liebe sowieso alles, was du schreibst (:

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