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Weil ich nicht mal hoffen kann, aufgefangen zu werden.

1. September 2011

Es ist nicht so, dass ich nicht vertraue, weil ich enttäuscht wurde. Oder verletzt. Weil mein Vertrauen missbraucht wurde. Ich glaube, ich kann es nicht. Das klingt nicht sehr einleuchtend, aber ich weiß nicht, wie ich es anders erklären soll. Ich habe es nicht gelernt, nicht geübt, ich weiß nicht, wie es geht. Ich habe noch nie vertraut. Oder mich auf jemanden so richtig verlassen. Ich musste nicht und ich hätte auch niemanden gehabt. Mich hat noch nie jemand verlassen. Aber ich bin immer verlassen gewesen. Mir hat nie jemand wirklich weh getan. Ich bin überfordert mit ein bisschen Nettigkeit, mit Floskeln schon. Ich wünschte, es wäre anders. Dass ich irgendwann mal irgendwas gefühlt hätte. Und trotdzem weiß ich, welches Glück ich habe, ohne gebrochenes Herz, ohne verwundete Seele zu leben. Überhaupt zu leben. Noch stehen und manchmal sogar gehen zu können. Es ist schlimmer, zu riskieren und nichts zu bekommen, als nichts zu riskieren und behalten zu dürfen, was man hat. Das weiß ich und daran glaube ich nach wie vor. Dass es mir besser geht als vielen. Aber zwischen den Menschen, die sich fallen liesen und nicht festgehalten wurde und mir, die wie gelähmt den Abgrund hinunterstarrt, ist trotzdem etwas gleich. Wir sind allein. Und das nicht freiwillig. Und wir können weder vor, noch zurück. Sie, weil ihre Wunden viel zu groß sind und ich, weil ein Schritt nach vorne den Tod bedeuten würde, weil ich nicht mal hoffen kann, aufgefangen zu werden. Und zurück kann ich auch nicht mehr. Schon lange nicht.

flugunfaehig

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4 Kommentare leave one →
  1. Namenslos permalink
    1. September 2011 1:00 pm

    Eile nicht mit dem Vertrauen. Dein Vertrauen muss man sich erst verdienen und das geschieht nicht in paar Tagen oder Wochen. Das dauert Monate, bis zu einigen Jahren.
    Im Leben gibt es keine 100 % Garantie, weswegen man sicherlich in einer Situation kommen wird, wo man blind vertrauen muss – wo man einfach keine andere Wahl hat und nur darauf hofft, dass sich dieses blinde Vertrauen auszahlt.

    Ich hoffe sehr, dass es einen Menschen in deinem Leben geben wird, dem du sogar blind vertrauen kannst.

    Liebe alle. Vertraue wenigen. Tue keinem Unrecht. – William Shakespeare

  2. 1. September 2011 2:51 pm

    Es ist nicht die große Wunde, es sind viele kleine Wunden, die nicht vollständig heilen wollen und Narben hinterlassen. So ist es mir zumindest ergangen. Es hat lange, sehr lange gedauert, bis ich einen Menschen gefunden habe, dem ich vertrauen kann. Dem ich mich öffnen kann. Bei dem ich mich fallen lassen kann. Daß das innerhalb von Tagen geschah, wundert mich am meisten.

    Sie ist ein Geschenk des Himmels. So jemanden wünsche ich Dir auch .

  3. ich permalink
    5. September 2011 5:27 pm

    Ich habe keine Freunde, weil ich keine brauche und weil ich momentan der Meinung bin, dass ich später in einem ganz anderen Umfeld bin, in dem ich mich mit vielen (oder allen) gut verstehen kann. Ich bin ein Außenseiter/Nerd in meiner Klasse, werde aber respektiert, und das finde ich gut so. Als ich vor 2 Wochen ein paar Tage mit andern – auch sehr Erfolgreichen – Nerds zusammen war, bemerkte ich, dass wir uns alle sofort verstanden. Und wenn wir länger beisammne gewesen wären, hätten wir uns bald stark vertraut.
    Ich finde das Entscheidende ist, ob andere einen verstehen. Denn wenn das Umfeld versteht, dass man Hilfe braucht, kommt sie von selbst.
    Ich kenne nur eine Kollegin (im Alltag), bei der ich denke, dass ich ihr vertrauen könnte, unter zig Anderen, bei denen das definitiv nicht so ist, denen ich immer misstrauen muss, ich kann es nicht anders.

    Wenn man sich Vertrauen verdienen könnte, würde ich mich längst geborgen fühlen.

  4. Seelensammlerin permalink
    15. Oktober 2011 6:42 pm

    Das was du schreibst, war hierbei mein Gedanke,
    ist eine Weile her,
    aber es stimmt irgendwie dennoch.

    Bergsteiger

    Warum heißt es immer Alles oder Nichts?
    Es ist Alles und dann fast wieder Nichts.
    Wenn der Berg erklommen ist
    Und man froh seufzend den Ausblick genießen möchte,
    Steht mit Zehenspitzen am Abgrund
    Sieht in die Tiefe,
    Die einen schon im nächsten Augenblick hinunterreißt.
    Die Angst vor dem Abgrund lässt mich im Tal am Fuße stehen bleiben und sagen,
    Dass ich kein Bergsteiger bin,
    Obwohl ich irgendwo weiß,
    Dass ich Höhenluft atmen möchte.
    Ich bin kein Bergsteiger.

    andererseits habe ich dann erfahren können (und darf es immer noch) –
    dass man nur dann ALLES auf höchstem Niveau fühlen, wahrnehmen kann,
    wenn man denjenigen fürs volle Vertrauen gefunden hat und sich auf jedes Risiko einlässt,
    einfach fallen zu lassen.

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