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Tschick.

11. Februar 2012

Hardcover, 256 Seiten, 16,95€ über Amazon.

Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Assi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn.

Von manchen Büchern muss man erzählen, und „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf ist so ein Buch. Irgendwie wird es sicher wieder damit zu tun haben, dass mich Bücher aus der Perspektive und Teenager-Jungs immer etwas aus der Bahn werfen, auf sehr positive Weise natürlich. Ich glaube, „Tschick“ wird sich für immer in die Reihe meiner Lieblingsbücher eingefügt haben. Und ich weiß auch gar nicht wirklich, wie ich in Worte fassen soll, was dieses Buch so besonders macht… Vielleicht seine Leichtigkeit. Ich habe so oft gelacht und mein Herz hat sich aus Liebe und Zuneigung zusammengezogen und ist dann in einem Anfall von „OMG, DAS LEBEN IST WUNDERSCHÖN!“ fast aus meiner Brust gesprungen. Diese eigentlich großen Emotionen fühlen sich bei „Tschick“ ganz normal an. Als müsste das so. Denn so sind alle Charaktere in diesem Buch. Verständlich, normal, so, wie man die Menschen eben kennt – vor allem erscheint es einem so, weil jeder Mensch, den wir kennen, etwas hat, an dem sich irgendwer immer stoßen wird. Das ist eben so und für Maik, den Erzähler dieser wundervollen Geschichte, gehört das zum Leben dazu, aber er macht keine große Sache daraus. Er macht aus der unglaublichen Geschichte, die er erlebt, keine große Sache und ist trotzdem überwältigt und dabei und hingerissen von allem, was er und Tschick teilen. Es gibt die großen Momente, die Liebesgeschichte, irgendwie zumindest, Sachen, die für 14-Jährige dazu gehören, es gibt den Lebenshass und ganz viel White Stripes dazu. Es ist die perfekte Mischung aus ernsthaftem sich selbst und das Leben entdecken und dem Gefangensein in der Jugend, in den Grenzen der eigenen Wahrnehmung und den Unmöglichkeiten, die einem im Kopf rumschwirren.
Dieses Buch muss man lesen. Es entführt einen nicht in eine andere Welt, es nimmt einen mit. So, wie Wolfgang Herrndorf schreibt, ist man die Freundin oder der Freund, dem Maik nach diesem Sommer die ganze Geschichte erzählt. Und man will sie nach den ersten zwei Sätzen unbedingt hören! „Tschick“ fesselt, ich habe es gelesen, während ich von der Bushaltestelle nach hause gelaufen bin und stand mit dem Buch in der Hand 20 Minuten in der klirrenden Kälte vor unserer Haustür. So ein Buch ist „Tschick“ für mich. Es ist eigentlich nur ein weiteres Buch über Freundschaft, Jungsein, einen verrückten Sommerurlaub mit dem Auto – aber irgendwas hat Maik, haben Isa oder Tschick, seine Begleiter, dass sie einem ins Gedächtnis und ins Herz brennen. Ich mag das.

(Und falls ich hier Leser aus Karlsruhe und Umgebung habe, möchte ich darauf hinweisen, dass das Badische Staatstheater „Tschick“ diesen Monat noch ein paar Mal aufführt.)

flugunfaehig

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2 Kommentare leave one →
  1. 15. Februar 2012 11:16 am

    Das beste an dem Buch ist, dass man es auch noch als alte Fraue lesen kann, auf die gleiche Art wie Du. Und kaum ist frau fertig, reißt es einem das kleine Kind aus der Hand und ist für ein paar Stunden nicht ansprechbar 😀

  2. mudschomatsch permalink
    24. April 2013 1:36 pm

    supper Buch♥
    lesen es z.Z. in der Schule und echt supper das buch. wenn man den anfang liest denkt man als teen es sein total lw..

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