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Wohin kann ich gehen?

14. Februar 2012

Irgendwann ist es dann zu viel, was nicht mehr wichtig ist, irgendwann überwiegt die Taubheit und das Gefühl, dass alles umsonst ist. Vielleicht ist es wie ein Spreißel im Finger. Wenn man ihn frühzeitig entfernt, dann tut es meistens gar nicht so schlimm weh, blutet ein bisschen, geht vorbei. Aber wenn man den Spreißel drin lässt, vielleicht sogar lassen muss, aus welchen Gründen auch immer, dann entzündet sich die Wunde und es wird schmerzhaft werden, wann wird sich nur noch darauf konzentrieren können und alles andere wird nebensächlich. So ist das mit dieser Mischung aus Fernweh und konsequente Abneigung gegenüber dem Leben. Angenehm war es nie, aber man konnte sich ablenken. Jetzt nicht mehr. Jetzt ist es alles, was man fühlt, was man wirklich versteht. Ich will weg hier. Ich will raus. Ich will was anderes sehen und was anderes hören. Oder auch gar nichts, nie mehr wieder. Zwischen diesen Unmöglichkeiten schwanke ich und mir ist schwindelig. Was soll ich machen? Aushalten scheint keine Option mehr zu sein, im Anbetracht der nahenden Blutvergiftung wegen des Spreißels. Jemand muss ihn entfernen. Ich muss das machen, sonst endet das sicher böse! Ich weiß, an einem Spreißel ist noch keiner gestorben, aber so richtig toll ist es auch nicht, wenn irgendwas immer wehtut. Und so ist das. Es zieht und brennt und es wird einem ganz übel. Ich hab‘ genug davon. Genug von den Menschen, ihren Problemen und ihrem Glück. Ich habe genug davon, nie genug zu sein und anderen dabei zusehen zu müssen, wie sie für die Richtigen immer reichen. Ich schaffe es eh nicht, den Fuß in die Tür zu kriegen, nicht mehr auf diesem Weg, wieso darf ich dann nicht gehen? Wieso hält man mich hier fest? Und wieso, ich meine, wenn ich schon hier sein muss, wieso habe ich dann niemanden, der den Schmerz lindert? Ich habe Betäubung, aber keine Heilung.

flugunfaehig

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2 Kommentare leave one →
  1. Aspa permalink
    15. Februar 2012 7:20 pm

    ich kenne das Gefühl, ich würde auch gerne gehn, doch irgendwas hält mich fest

  2. 15. Februar 2012 7:43 pm

    das ist wunderschön, fee. ich bewundere deine art, auszudrücken, was in dir vorgeht. ❤

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