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Monster.

11. März 2012

Da ist dieses Monster. In mir. Es lebt in meinen Eingeweiden. Es ernährt sich von meiner Angst, vor meinen gescheiterten Versuchen, Menschen an mich zu binden, mich von Menschen zu lösen, es lebt von meinen Fehlern und trinkt von meinen Tränen. Eigentlich tut es mir nichts, niemand sieht es, ich werde nicht sterben, ich werde weiterleben können, mit ihm, noch viele Jahre. Aber es tut weh. Es schlägt seine widerlichen Krallen zentimetertief in meine Organe, reißt sie auf, schlitzt mich auf, von innen nach außen entstellt es mich, quälend langsam. Es verkeilt seine Zähne in mein Herz, macht jeden Schlag zu einer Gefahr, in seinem schwarzen, dichten Fell klebt mein getrocknetes Blut, es saugt mich aus, aber lässt mich nicht sterben. Es ist beweglich, es ist schnell und es ist klug. Es windet sich durch meinen Körper, hinterlässt Wunden und Chaos in mir. Meistens versteckt es sich in meinem Kopf, hinter den Mauern, die ich aufgezogen habe, es lebt dann dort zusammen mit den Gedanken, die mir den Schlaf rauben. Manchmal ernährt es sich auf von ihnen, wenn es stärker werden will, wenn es mich mit einer neuen Taktik hinters Licht in den Abgrund führen will. Aber eigentlich bewegt es sich nicht viel, meistens ist es um mein Herz gewunden oder hat meine Lungenflügel aufgeschlitzt, meinen Magen halb verschlungen. Doch es verletzt nicht einfach nur, nein, selbst wenn es still und ruhig ist, schmerzt es mich. Dann hat es mich nämlich immer noch im Griff. Es engt mich ein, es nimmt mir die Luft zum atmen, es nimmt mir die Möglichkeit, aufrecht zu gehen. Es ist immer da und es ist immer böse. Es ist der Zweifel, jede unerfüllte Sehnsucht, die Kontrollsucht und manchmal alles, was in mir noch am Leben ist.

flugunfaehig

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