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Ab hier nur noch wir beide.

4. April 2012


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Ich bin traurig. Jeder weiß das, der, der es nicht weiß, der weiß auch sonst nichts von mir, die zählen nicht. Aber selbst die, die es wissen zählen nicht mehr, was haben sie gemacht? Haben sie irgendwas verändert? Nein. Ich bin nicht die Einzige, die sich wünschte, die Antwort würde anders lauten… Ich hab‘ nur noch einen. Es ist, als säße jemand neben dir, und ja, es ist schön, die ganze Zeit und hielte deine Hand. Ja, es ist kalt, ja, der Griff ist ein bisschen zu fest, ja, ich kann nicht immer dorthin gehen, wo ich hin will, aber wenigstens ist da jemand. Wenigstens hält jemand meine Hand.  Es ist die Traurigkeit. Auch wenn er dabei meinen Mut nimmt, mein Lächeln, meinen Atem, den leichten, warmen zumindest. Das habe ich doch alles so oder so schon verlernt, nicht? Ich brauche das nicht, in diesem Leben kann ich es eh nicht benutzen. Ich habe keine Verwendung für strahlende Augen und glockenhelles Lachen, für Erwartungen und naive Hoffnungen. Ich habe nur das Traurigsein. Das kann ich brauchen, benutzen, das hat einen Wert. Ich kann mich an es anlehnen, es nimmt mich in den Arm, es ist da, wenn sonst alle gegangen sind. Ob es mir egal ist, dass es mich umbringen wird? Die Nacktheit, die Verwundbarkeit ohne seine Hand in meiner Nähe wird mich auch töten, was soll die Frage also? Hast du nicht zugehört? Es ist alles, was ich noch habe. Ich kann nicht mehr ohne, ich weiß nicht, wie das geht. Ich will es gar nicht wissen. Nicht mehr. Ich will mich endlich fallen lassen dürfen, ich will endlich loslassen, jeden Sonnenstrahl hinter den Wolken vergessen dürfen. Ja, vielleicht sind da welche, aber die Wolken sind doch auch da, wie soll ich sie leugnen? Ich kann das nicht mehr. Also, bitte, lasst uns allein. Ab hier nur noch wir beide, ohne den Rest, der uns eh nie wollte.

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2 Kommentare leave one →
  1. Sometimes permalink
    4. April 2012 6:25 pm

    Liebe Fee.
    Das ist, ach ich weiß nicht wie ich es sagen soll…
    Es ist so wunderbar wahr und ehrlich und abgesehen vom Inhalt, ist der Text so schrecklich schön und so schrecklich furchteinflössend zu gleich. Ich kann dich so verstehen, oder auch nicht, denn vielleicht kann das keiner. Aber ich versuche mir in meiner Art auszumalen, wie es dir geht und ich denke dieser Text drückt es so stark aus, wie es zuvor noch nie von dir zu sehen war.
    Ich weiß nicht, ob es jetzt Worte gibt, die das sagen können, was ich dir sagen möchte. Ich würde dich gerne in meine Gedanken lassen. Und wie einen Film solltest du dir ansehen können, was ich dir mitteilen möchte. Denn manchmal, da sind Worte einfach zuwenig. Auch wenn sie so viel sind. Ich weiß nicht, ob es noch etwas hinzuzufügen gibt. Außer, dass ich dir zuhören werde, wenn du willst. Dass du dich bei mir melden kannst, wenn dir danach ist. Und dass ich so gut es geht, versuchen werde es richtig zu machen. Denn du bist so ganz wundervoll. Und der Gedanke an diese Einsamkeit die du schilderst, macht mich furchtbar nachdenklich. Ich mag dich, Fee. Du bist schön.

  2. 14. April 2012 4:06 pm

    Dieses Gefühl kenne ich. So gut. Nur meine Traurigkeit hat sich verändert. Wurde zu Wut. Und diese Wut war gut. Produktiv. Und anders. Manchmal hilft es das Zentrum seiner Beachtung zu verschieben. Denn Traurigsein ist auch schrecklich egoistisch. Und diese Einsicht macht es nicht besser. Im Gegenteil. Mich hat es wütend gemacht. Auf alle. Auf mich. Eigentlich nur auf mich. Wieso kann ich nicht so sein wie die anderen. Warum fällt es allen so leicht. Nur mir nicht? Warum macht nur mich dieses Leben so traurig? Der Zustand der Welt kann einen zum verzweifeln bringen. Und es ist nicht kindisch manchmal den gesamten Weltschmerz zu spüren. Es ist wie es ist. Aber es macht mich böse. Und wütend. Und es verleiht mir Kraft. Irgendeine perverse, ungesunde Kraft erwächst aus dieser Trauer. Diese Lebensschwachheit. Wir sind wie wir sind, Fee. Kranke, schwache Seelen, die die Welt scheuen, weil sie sie nicht ertragen können. Auch wenn manchmal Licht durch die Wolken bricht. Es ist zu schwach. Und wir sind zu weit weg. Wie hat Kafka geschrieben: „Es gibt Hoffnung, aber nicht für uns“. Leb, Fee. Leb so gut du kannst. Akzeptiere oder verändere. Mehr gibt es nicht zu sagen. Alles Gute, Fee. Wir lieben dich.

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