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Angst vor der Welt: Waffen, Gewalt und irgendwas mit Verantwortung.

15. Dezember 2012

Ich habe hier schon lange nichts mehr geschrieben, hänge viel auf YouTube und vorallem in meinem Kopf rum, da kommt nicht so viel brauchbares heraus. Aber gerade habe ich das Bedürfnis, etwas zu sagen. Über die 28 Menschen, die gestern gestorben sind.

Da ist diese internetweite Diskussionen über Waffen in den USA und ich habe dazu eine Meinung, wie absolut jeder im Internet.

Ich glaube, dass eine andere Waffenpolitik weltweit viele Menschenleben retten würde. 90% aller Menschenrechtsverletzungen werden mit importierten Waffen begangen. In Amerika sterben jedes Jahr die meisten Menschen durch Schusswaffen. Für mich sind das unumstößliche Fakten. Und irgendwie geht es mir auch darum, wenn auch nicht direkt.

 

Jeder kann mit einer Knarre unter dem Kopfkissen schlafen und wenn er will auch jemanden abknallen, sobald er sich auf seinem Grundstück aufhält und nervt. Menschen, die nicht ins System passen, kriegen eine kleine Spritze und die Sache ist erledigt. Um Frieden herzustellen, Demokratie zu garantieren, machen Soldaten täglich das Leben anderer Menschen zum Spießroutenlauf, unwürdig, voller Angst. Und nicht nur US-AmerikanerInnen, sondern Menschen auf der ganze Welt, wachsen in so einem Umfeld auf. In einem Umfeld der Gewalt. In der Gewalt, ausgeführt vom Staat selbst, eine anerkannte Lösung für globale Probleme ist. Natürlich lernen wir ebenso, dass Worte Menschenleben retten und schon gerettet haben, dass wir zuhören müssen, dass keine Gewalt auch eine Lösung ist. Aber irgendwie ist das Echo der fallenden Bomben immer lauter als das des Friedensgeflüsters.

Wo wir aufwachsen, beeinflusst uns. Sogar ganz ohne Patriotismus. Ich bin auch, wie ich bin, weil ich in Deutschland geboren wurde, obwohl meine Nationalität wenig mit meiner Identität zu tun hat. Aber wie hier gelebt wird formt mein Leben. Und wenn ich in einem Land aufwachse, in dem ich jeden Tag mitbekomme, dass Gewalt die erfolgreichste Lösung für Probleme aller Art ist (Menschen, hauptsächlich), ist es dann nicht irgendwie logisch, dass ich unbewusst, vielleicht sogar bewusst, einen Gedankengang ähnlich „Mein Umfeld löst Probleme durch Gewalt, also lassen sich meine Probleme auch so lösen“ habe? Dass ich auch meinen ganzen Stolz und Teile meiner Identität auf Hass aufbaue? Das Zusammenhalt manchmal einfach nur Hass auf einen bestimmte Menschengruppe bedeutet?

Was hätte eine striktere Waffenpolitik, die Abschaffung der Todesstrafe, all das, zur Folge? Ich meine, das ist nur eine Vermutung meinerseits, aber… allgemein weniger Gewalt? Das könnte doch sein. Es neigen doch auch die Menschen dazu, gewaltätig zu werden, die das selbst in ihrer Kindheit erleben mussten. Und fast alle AmokläuferInnen in den letzten Jahren wurden vor oder nach ihrer Tat mit einer psychischen Krankheit diagnostiziert. Menschen, die rein gesundheitlich unter Umständen nicht in der Lage sind, zu reflektieren oder überhaupt in Frage zu stellen dann mit so „einfach und wirksamen“ Lösungsansätzen zu versorgen ist fahrlässig.

Es geht hier nicht um die Schuld eines einzelnen Menschen. Für mich zumindest nicht. Sondern die Schuld, die wir alle tragen, manche mehr, manche weniger. Weil wir nichts tun, damit Frieden auch wirklich eine Chance hat. Auch in den Köpfen und Seelen der Menschen. Vielleicht stehen hier keine Soldaten auf den Straßen, aber wieviel wortwörtlicher Krieg wird zwischen Häuserwänden geführt? Nicht nur psychischer, sondern oft auch physischer. Und was ist mit den Menschen, die tatsächlich aus dem Fenster auf ein geschultertes Gewehr blicken? Keine Ahnung, ich habe noch nie einen gesprochen, aber ein bisschen was bekomme ich von der Welt schon mit. Ich meine, irgendwie ist sogar „Fight Club“ Material zum Thema Gewalt getarnt als Lösung und als Chance für die Menschheit. Ich bin verdammt wütend. Keine Ahnung, warum ich jetzt mit Popkultur komme.

Was ich sagen will: Der Mensch hat ein Recht auf Frieden. Und wer ihm das nimmt, kann über die Grausamkeiten, die daraus resultieren, nicht einfach ein Pflaster kleben. Irgendwann haben wir keine Pflaster mehr und dann ist es vielleicht zu spät, um bei der Wurzel des Problems anzusetzen.

Krieg, egal welcher, ist kein „notwendiges Übel“, ist kein Grund, stolz zu sein.

Ich werde jetzt in ein Kissen schreien, ich habe das Gefühl, ich platze jeden Moment. Ich habe tausend Sachen angeschnitten und nichts zu Ende gedacht. Tut mir leid, aber ich habe gerade alle Worte verbraucht. Wie @SemiSuicidal gestern twitterte: wieder mal so ein moment, in dem man sich fragt, wie die anderen KEINE angst vor der welt haben können.

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