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1. Juni 2014

Ich müsste jetzt eigentlich lernen. Eigentlich müsste ich das immer tun. Schon mal versucht, 2014 in die gymnasiale Oberstufe zu gehen? Es ist uncool. Fetzt nicht. Es ist einfach nur anstrengend, Schule ist das einzige, an dass zu denken ist. „Alles andere kommt nach dem Abitur, konzetrier‘ dich auf die Schule!“. Eigentlich. Wenn ich nicht auch noch traurig wäre. Oder mit dem Weltretten beschäftigt. Ersteres ist relativ scheiße. Dieses im Bett liegen, YouTube Videos schauen, einfach hoffen, dass sie vorbei sind und man das nächste anfangen kann und eigentlich gar nichts mitbekommt, von dem, was da gesagt wird, nur Zeit verschwenden, Zeit erdrücken, damit man nicht von ihr aufgrefressen wird. Das passiert natürlich trotzdem. So viel Zeit um zu begreifen wie leer und widerlich diese Welt ist, wie wenig ich tun kann und wie verdammt viel Verantwortung ich gleichzeitig habe. Daran denken, dass ich allein bin. Dass alle Menschen, die ich liebe, die ich gerne in den Arm nehme und für die ich immerimmerimmer vor 6 Uhr aufstehen würde, sogar samstags, weiter sind als ich. Sie haben diesen Schulkampf irgendwie geschafft. Sie gehen jetzt nach Berlin. Oder irgendwo hin, wo man auch noch glücklich werden kann. (Aber hauptsächlich Berlin.) Ich bleibe erstmal hier. Am Ende der Welt und so. Tatsache ist aber auch, dass es keine Garantie gibt, dass ich hier rauskomme. Niemand kann mir versprechen, dass ich das Abitur schaffe. Wobei ich eigentlich nichts mehr will, weil, dann kann ich in eine Stand ziehen, kulturelles Leben vor Ort gestalten, endlich anfangen, direkten Einfluss zu nehmen (am liebsten queer_feministische, nicht-universitäre Räume schaffen und füllen, aber blabla, das wollen wir ja alle). So sehr mir dieser universitäre Elitenkack als Arbeiter- und Dorfkind jetzt schon Hasspickel verursacht (weil Sozialisationwege und so), ich will so gerne studieren. Hauptsächlich für mich. Weil Wissen mega ist. Also, Wissen, das mir hilft, anderen zu helfen. Und das kommt jetzt im Matheunterricht in der Schule nicht so wirklich rum, muss ich sagen. Außerdem freue ich mich darauf, wenn mein kodiertes Aussehen (die bunten Haare und Haufen an Band-Shirts erfüllen schon einen Zweck) mehr auslöst als „guck mal wie die aussieht!“ und dumme Blicke und ach, wenn ihr nicht wisst, was ich meine, hilft es auch nicht, euch zu erklären, wie das ist. Ich mag nur einfach nicht mehr. Weil ich bereit bin. Bereit, ich zu sein. (Hm, ja, irgendwann musste die Therapie mal anschlagen.) Und ich darf einfach nicht, weil ich Chemie und Mathe irgendwie nicht so richtig verstehe.

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